Mittwoch, 30. Januar 2013

In Bangkok (1)

Bangkok: 22.12.12 bis 3.1.13

An Bangkok scheiden sich die Geister. Die einen finden die Millionenmetropole furchtbar, die anderen sind begeistert - wir gehören zur letzten Kategorie. Wir lieben Bangkok!!!! Es ist für uns die spannendste Stadt der Welt, ungeheuer lebendig und vielseitig. Der Bangkok-Neuling wird sich erst einmal "erschlagen" fühlen, das erging uns nicht anders. Es braucht schon etwas Zeit, sich zu orientieren und zurechtzufinden. Bangkok hat z.B. keine konkrete "Stadtmitte", es gibt viele, ganz verschiedene Zentren. Wir waren schon oft in Bangkok, manchmal nur für einen kurzen Zwischenstopp, manchmal länger. 2008 haben wir zum Jahreswechsel über zwei Wochen hier verbracht und keine Sekunde davon war uns langweilig. Jedesmal entdecken wir neue Sachen, interessante Viertel, Tempel, Straßen, Restaurants.

Aber Vorsicht! Bangkok ist anstrengend. Zu viel darf man sich für einen Tag nicht vornehmen, dafür ist es zu heiß, laut und voll, sind die Wege zu weit.

Wir bleiben insgesamt 1 1/2 Wochen in Bangkok. Wie immer wohnen wir im Touristenviertel Banglamphoo, das nicht sehr weit vom Fluss Chao Phraya entfernt liegt, der die Stadt quasi in zwei Hälften teilt. Früher war Bangkok eine richtige Wasserstadt. "Venedig des Ostens" wurde sie genannt, wegen der vielen "Klongs" (Kanäle), die die Stadt durchzogen. Alles Leben spielte sich am und auf dem Wasser ab, die erste Straße wurde erst 1864 fertiggestellt. Das ist natürlich längst Vergangenheit. Aber auch wenn die meisten Kanäle jetzt zubetoniert sind - eine Klongfahrt gehört nach wie vor zum touristischen Standardprogramm, ebenso eine Bootstour auf dem Chao Phraya. Viele der Hauptsehenswürdigkeiten liegen außerdem nur ein paar Fußminuten vom Fluss entfernt, z.B. Wat Pho (Wat = buddhistischer Tempel), Wat Arun, der alte Königspalast, Wat Phra Kaeo etc. etc. Auch zum Blumenmarkt, indischen Viertel und nach Chinatown ist es vom Fluss nicht weit. Wie alle Touristen, die in Banglamphoo wohnen, und viele Einheimische auf dem Weg zur und von der Arbeit, benutzen auch wir deshalb meist das Expressboot, um in die Stadt zu kommen. Von dort geht es dann zu Fuß, per Bus oder mit der schnellen Hochbahn weiter. Bangkok mag vielleicht nicht unbedingt die schönste Stadt sein, aber vom Fluss aus präsentiert sie sich von ihrer besten Seite, v.a. im Dunkeln, wenn alles erleuchtet ist. Obwohl wir schon zigmal auf dem Chao Phraya gefahren sind, ist das für uns immer noch ein Erlebnis. Zur Rush Hour sind die Expressboote hoffnungslos überfüllt. Es lohnt sich, auch einmal in das viel geräumigere, ruhigere und nur unwesentlich teurere Touristenboot zu steigen. Da kann man sich zurücklehnen und all die wunderschönen Tempel genussvoll an sich vorüberziehen lassen.

Die Top-Attraktionen von Bangkok haben wir alle schon bei früheren Besuchen angeschaut, aber es gibt ein paar Sachen, die wir immer wieder machen, so auch dieses Mal: Wat Arun, so etwas wie ein Wahrzeichen von Bangkok und am besten vom Chao Phraya aus zu sehen; Wat Pho mit dem riesigen liegenden Buddha ist auch beim zigsten Besuch noch beeindruckend; den "Golden Mount" ("Goldener Berg") auf dem Gelände des Wat Saket erklimmt man über viele Stufen, von oben hat man einen tollen Blick, der Tempel liegt nur einen Spaziergang von unserem Hotel entfernt. Ins indische Viertel mit seinen Stoffmärkten und farbenfrohen Saris gehen wir auch immer wieder, nicht zuletzt auch deswegen, weil hier das etwas altmodische Kaufhaus "Old Siam" liegt, wo es nicht nur wunderschöne Seide, sondern auch den vielleicht besten Klebreis mit Mango und Kokosmilch in ganz Bangkok gibt. Diese Süßspeise schmeckt himmlisch und am besten frisch zubereitet, wenn der Klebreis noch lauwarm ist.

Auch immer wieder gerne schlendern wir über den "Pak Klong Talaat" direkt am Chao Praya, den größten Blumenmarkt, wo es aber auch Obst, Gemüse und Kräuter zu kaufen gibt. Ich mag v.a. die Orchideen, bei uns so teuer und kostbar und hier im Überfluss angeboten. Vor dem Markt sitzen die Tempelschmuckspezialisten, die aus frischen Blüten und Bananenblättern kleine Kunstwerke herstellen, die später die Tempel zieren.

Chinatown ist mit Sicherheit das quirligste Viertel in Bangkok, wie ein einziger großer Markt, wo es absolut alles gibt. Entsprechend geschäftig geht es dort zu. Durch die bekannte "Sampeng Lane", eine schmale Gasse, die sich bis tief in Chinatown hineinzieht, wird man praktisch geschoben, so voll ist es hier meistens. In Chinatown essen wir immer Dim Sum, lecker gefüllte Teigtaschen, die in Bambuskörbchen gedämpft werden. Anderes finden wir weniger appetitanregend, z.B. Seegurken oder das merkwürdige Sortiment an Heilmitteln. Von den meisten Sachen wissen wir gar nicht, was es ist, und wollen es vielleicht auch gar nicht herausfinden. Aber selbst in der thailändischen Küche, die wir eigentlich sehr schätzen, gibt es vieles, was wir nicht mögen, z.B. frittierte Insekten und Maden, allerlei Arten von getrocknetem, sehr streng riechendem Fisch etc. etc. Einmal beobachten wir junge Thai-Damen, wie sie genüsslich an einem Frosch knabbern - auch das ist nicht unbedingt unser Fall.



 Mit dem Expressboot entkommen wir dem täglichen Verkehrsinfarkt auf Bangkoks Straßen.



 Am Pier Nr.8 in Banglamphoo: Warten auf das nächste Boot



"Room for monks": 
Buddhistischen Mönchen steht auf dem Expressboot ein Ehrenplatz an der Reling zu.



Blick vom Wat Arun auf den Chao Phraya



 Wat Arun bei Nacht



 Auf dem Blumenmarkt: Orchideenhändler



 "Tempelfarbe" gelb: Hier wird Tempelschmuck aus frischen Blüten verkauft.



Blumenschmuck



 Noch mehr Orchideen



 Unmittelbar neben dem Blumenmarkt kann man auch frisches Gemüse kaufen.


Für diese Katze wird es nachts im Klong Talaat-Markt sicherlich keinen Mangel an Beute geben.



Einfach köstlich: Klebreis mit Mango im  Kaufhaus Old Siam.



Bevor wir in das Gewühl von Chinatown eintauchen, stärken wir uns erst einmal mit superleckeren Dim Sum - hier zum Minipreis von nur 5 Bath (etwa 13 Cent) pro Stück.



Chinatown: Gedränge auf der Sampeng Lane



 Hier gibt es getrocknete Meeresfrüchte aller Art.



 Entenfleisch besitzt in der chinesischen Küche einen besonderen Stellenwert.



 Sauer eingelegtes Gemüse



Eine besondere Spezialität der chinesischen Küche: Seegurken.
Hier beschließen wir: Zum Abendessen gehen wir zu "Otto"!!


 Auch in der thailändischen Küche gibt es einige Spezialitäten, die wir eher weniger schätzen.


Spezialitäten-Nahaufnahme


 Sieht das nicht verdammt nach gerösteten KAKERLAKEN aus?



Dann doch lieber Schnitzel, Kartoffelsalat und bayrisches Bier bei "Otto"!
Dieses deutsche Restaurant ist seit Jahrzehnten eine Institution in Bangkok - 
auch bei der einheimischen Mittelschicht.

Montag, 21. Januar 2013

Thailand (3): Von Krabi nach Bangkok - Teil 2

Bei den Fahrten über Land fällt uns aber auch auf, wie stark hier noch die Gegensätze sind: Da gibt es ziemlich protzige Häuser, vor denen mehrere teure Autos stehen (meist auf Pump gekauft, wie wir später von einem Insider erfahren) - und ein paar Meter weiter hausen Leute in ärmlichen Bambushütten am Rande des Existenzminimums. Thailand ist eben ein typisches Schwellenland: Es bietet alles, was es auch bei uns gibt, hat aber gleichzeitig auch noch die Seiten, die für ein Land der 3. Welt charakteristisch sind.

Wenn wir Tempo machen wollen, nehmen wir manchmal die Schnellstraße, die wie eine Autobahn ist, wir dürfen sie als Radfahrer aber benutzen. Hier ist zwar viel Schwerlastverkehr unterwegs und es wird schnell gefahren, aber wir haben immer einen sehr komfortablen Seitenstreifen.

Die Hitze ist natürlich auch in Thailand ein Problem, aber in der ersten Woche haben wir Glück, es regnet ab und zu, was für Abkühlung sorgt, und wir haben einige bedeckte Tage. Richtung Bangkok wird es dann wieder knallheiß - und das ist jetzt eigentlich die kühle Zeit hier. Immerhin mangelt es in Thailand, ganz im Gegensatz zu Sri Lanka, nicht an Einkehr- und Rastmöglichkeiten. Das wissen wir sehr zu schätzen. Überall gibt es kalte Getränke, oft auch guten Kaffee, ganz zu schweigen von den zahlreichen Restaurants, mobilen Ess-Ständen, Garküchen ...... Thailand ist nicht nur ein Paradies für Gourmets, auch für Gourmands. Hier wird an jeder Ecke gebrutzelt und gekocht. Oft halten wir auch an einem der unzähligen 7-Eleven-Shops, die von allem etwas haben, wie die Tankstellen bei uns, nur besser sortiert. Zur Not bekommen wir da alles, was wir brauchen: Kaltes Wasser, einen Snack, einen Schokoriegel, neues Kartenmaterial etc. etc.

Eigentlich ist alles super in Thailand, auch die Leute sind sehr nett. Wir werden fast immer freundlich gegrüßt, oft bietet man uns ungefragt Hilfe an, wenn wir anhalten und auf unsere Karte schauen. Englischkenntnisse sind abseits der touristischen Zentren nicht sehr verbreitet, aber Gerold verbucht große Erfolge mit seinen Bemühungen, die thailändischen Zahlen und einfache Wörter und Sätze zu lernen. Das wird geradezu begeistert zur Kenntnis genommen, auch wenn er oft korrigiert werden muss. Einmal erzählt er seinen ungläubig staunenden Zuhörern, dass er 68 Jahre alt sei .....

Ein ganz großes Problem sind in Thailand allerdings die Hunde, die offenbar nicht an Radfahrer gewöhnt sind. Oft laufen sie bellend hinter uns her, sogar auf der Schnellstraße werden wir attackiert. Weil ich eine Heidenangst vor Hunden habe, finde ich das sehr unangenehm, obwohl sie eigentlich feige sind. Gerold hat auf dem Lenker immer einen Wanderstock griffbereit liegen, damit braucht er nur ein bisschen zu wedeln und schon kneifen die lästigen Angreifer. Trotzdem ist es einfach stressig, wenn plötzlich Hunde auf einen zurasen, und es bleibt immer die Angst, dass vielleicht doch mal einer beißt und Tollwut hat. Früh am Morgen sind die dreisten Vierbeiner am aktivsten, je heißer es wird, desto mehr nimmt ihre Angriffslust ab, dann liegen sie nur noch schlapp in der Ecke. Gegen Abend geht es dann wieder los ....  Jeder Radfahrer, dem wir begegnen (wir treffen in Thailand relativ viele, die Strecke Phuket-Bangkok scheint ziemlich populär zu sein), klagt über die Hunde. Manche haben wie wir einen Stock dabei, andere schwören auf ihren Ultraschall-"Dogdazer", andere schreien aus Leibeskräften.  Gerold muss in Thailand jedenfalls immer hinter mir fahren, gemäß dem Sprichwort "Den Letzten beißen die Hunde" - aber er hat ja auch den Stock.

Insgesamt war es eine spannende und abwechslungsreiche Fahrradtour durch Thailand. Nur die letzten ca. 100 km nach Bangkok können wir nicht empfehlen. Weil alles andere zu kompliziert wäre, nehmen wir die Schnellstraße, die so kurz vor Bangkok extrem stark befahren ist, gefährlich wird es v.a. an den zahlreichen Einmündungen. Spaß macht das nicht. Bangkok hat geschätzte 11 bis 12 Millionen Einwohner, da ist auch der Stadtverkehr kein Vergnügen. Ohne das Härtetraining auf Sri Lankas Straßen hätten wir da so manches Mal die Nerven verloren. So aber kommen wir am 22.12.2012 nachmittags wohlbehalten an unserem Guesthouse an.

In Bangkok verbringen wir Weihnachten und Silvester und bereiten unsere Abreise nach Myanmar vor. 



Auf der Autobahn: Nur noch 318 km bis Bangkok! 80 km sind wir heute schon gefahren, aber es sind immer noch 37 km bis zu unserem nächsten Übernachtungsort Prachup Kiri Khan.



Die Anstrengung hat sich gelohnt:
Von unserem Balkonzimmer genießen wir die Abendstimmung 
am Meer in Prachup Kiri Khan.



Kurze Pause auf der Autobahn - mit leckeren frischen Ananas.



Die Verkaufsstände mit Durian-Früchten sind bei einheimischen Touristen besonders beliebt.


  Durian (auf deutsch: Stinkfrucht) wird in Asien als Delikatesse hoch geschätzt, sie gilt hier als Königin der Früchte. Wegen ihres ekelhaft-penetranten Geruchs dürfen Durians nicht mit ins Flugzeug genommen werden - auch in U-Bahnen und Hotels sind sie oft verboten.


 Zwar müssen wir ab und zu auf die Autobahn, 
aber meist fahren wir auf ruhigen Sträßchen an der Küste entlang.



 Traumstrecke



94% der Thailänder bekennen sich zum Buddhismus,
 oft fahren wir an Tempelanlagen und Buddhastatuen vorbei.


In einem Café treffen wir Yuwadee, 
die Thailändisch als Fremdsprache unterrichtet. 
Sponan gibt sie mir Nachhilfeunterricht in Grammatik



Kesse Kids in einem Dorf



Donnerstagabend im Badeort Cha Am -
 hier wartet alles auf den Ansturm der Wochenendausflügler aus Bangkok.



Salzgewinnung aus Meerwasser vor Bangkok



Abergläubisches Thailand: Geisterhäuschen am Rand einer Saline



    Die letzten 100 km vor Bangkok fahren wir auf der Schnellstraße. An den         tosenden Verkehr haben wir uns längst gewöhnt, mögen es aber gar               nicht, wenn "unser" Randstreifen wie hier als zusätzliche Fahrspur                   missbraucht wird. Trotzdem fühlen wir uns meist sicher - diese Ölspur             hier erkennen wir glücklicherweise  rechtzeitig. 
    Ein paar Wochen später kommen auf einer Schnellstraße am Stadtrand von     Bangkok zwei junge britische Reiseradler ums Leben - sie wurden von 
    einem Pickup überrollt, dessen Fahrer für einen Moment abgelenkt war.




Stadtrand von Bangkok: Im Verkehrschaos an einem Autobahnkreuz 
verzweifeln wir fast. Zu unserem Glück treffen wir auf eine Gruppe 
 junger thailändischer Radler, mit denen wir gemeinsam nach 
einer fahrradkompatiblen Strecke suchen.



Trotz Verkehrsstress: Lächeln fürs Foto





"FAHR DOCH, die Ampel ist grün!"
Auf der Brücke über den Chao Phraya liegen die Nerven blank.



(Fast) geschafft: 
Wir sind in der Innenstadt, nur noch wenige Kilometer bis 
zu unserem Guesthouse. Für Autos geht hier nichts mehr- 
 der alltägliche Stau im Zentrum von Bangkok.


Thailand (3): Von Krabi nach Bangkok - Teil 1

10.12.2012 bis 22.12.2012

Am Montag reisen wir zum Festland, nach Krabi, einer größeren Stadt an der Westküste. Erst jetzt beginnt unsere Fahrradtour richtig. Wir haben geplant, von hier Richtung Norden bis nach Bangkok zu radeln, gut 1000 km. Thailand ist uns zwar von etlichen früheren Aufenthalten vertraut, wir schätzen Land und Leute und lieben die thailändische Küche, die malayische Halbinsel haben wir aber erst einmal bereist, vor mehr als 20 Jahren. 

2008 waren wir mit den Rädern im gebirgigen Norden von Thailand unterwegs, hier unten im Süden erwartet uns nun ein völlig neues Thailand-Erlebnis: Die Andamanen-Küste, der Golf von Thailand, also Meer, Strände, Palmen, damit auch eine ganz andere Art von Tourismus. Unsere Route führt uns von Krabi zunächst die Westküste entlang Richtung Norden, dann durch das gebirgige Landesinnere der Halbinsel und den Khao Sok Nationalpark quer hinüber zur Ostküste und zum Golf von Thailand und schließlich nach Bangkok, wo wir am 22.12. ankommen.

Befürchtungen, Süd-Thailand könne so überlaufen sein wie z.B. Ko Phi Phi, bestätigen sich nicht, im Gegenteil. Besonders zu Beginn fahren wir tagelang, ohne einen einzigen Ausländer zu sehen. Der Tourismus konzentriert sich offenbar an ganz wenigen Stellen, dazwischen ist die Küste über weite Strecken unberührt und sehr einsam. Das führt manchmal dazu, dass wir Probleme haben, eine Unterkunft zu finden. Aus diesem Grund haben wir einige sehr lange Tage von bis zu 130 km.

Wenn wir gar nichts finden und die mehrspurige Schnellstraße, die durch ganz Süd-Thailand führt, nicht allzu weit entfernt ist, orientieren wir uns so ab ca. 16 Uhr dorthin. Da gibt es nämlich alle paar Dutzend Kilometer akzeptable und günstige Hotels. Die spannendsten Abende sind das natürlich nicht...
In größeren Orten schauen wir uns gezielt nach chinesisch geführten Hotels um, die garantieren immer einen bestimmten Standard, zwar ohne Flair, aber sauber, großzügig, mit Kühlschrank etc. Am Khao Sok Nationalpark übernachten wir in einer einfachen Stelzenhütte mitten im Dschungel, das Konzert der Insekten nach Einbruch der Dunkelheit ist einmalig, doch diese Urwaldromantik hat schnell ein Ende, als wir uns im Zimmer krabbelnder und fliegender Riesenkakerlaken erwehren müssen.

Ein anderes Mal bleiben wir bei einem Schweden aus Lappland, der zusammen mit seiner thailändischen Frau ein kleines Hotel direkt am Meer führt. Traumhaft! Nicht nur die Lage, auch das Leben des Schweden, seine Frau schmeißt den ganzen Laden. Je weiter wir nach Norden kommen, desto einfacher wird es, Unterkünfte zu finden. Zwei Tage vor Bangkok bleiben wir am Sam Roi Yot Beach in einer etwas edleren Anlage, die von einem Holländer geführt wird. Er lebt schon seit ewigen Zeiten hier und bekommt heimatliche Gefühle, als er erfährt, dass Gerold seine Wurzeln am Niederrhein nahe der holländischen Grenze hat. Spontan gewährt er uns einen Preisnachlass von 500 Baht (gut 10 Euro).

Kurz - was die Unterkünfte betrifft, war ein Urlaub selten so abwechslungsreich.

Angenehm ist auch der Verkehr in Thailand. Unser Eindruck: Hier läuft alles relativ zivilisiert ab. Mehr oder weniger hält man sich an die Verkehrsregeln, gehupt wird nur, wenn es nötig ist. Dazu hören und lesen wir später aber auch ganz anderes. Jedes Jahr sterben auf Thailands Straßen mehr als 12.000 Menschen (Deutschland: ca. 4000), viele Unfälle werden durch Alkohol am Steuer und Drogenmissbrauch verursacht. Wir sind natürlich durch unsere Erfahrungen in Sri Lanka geprägt und finden es schon erstaunlich, dass rote Ampeln beachtet werden.

Es ist in Thailand meist einfach für uns, ruhige, wenig befahrene Nebenstraßen zu finden, die fast immer gut ausgebaut sind und über einen breiten Randstreifen verfügen. Oft haben wir richtige Bilderbuchstrecken: Kaum Verkehr, keine Touristen, direkt am Meer an einer völlig unberührten Küste und Palmenstränden vorbei oder durch prächtigen Dschungel. Ein landschaftlicher Höhepunkt sind natürlich auch die Karstberge in den südlichen Provinzen Krabi und Phuket.



Unsere Route durch Thailand:


               Thailand

StepMap Thailand





In der Provinz Krabi gibt es spektakuläre Karstberge.

                                       

Wir übernachten im Banana Resort.
Der deutsche Besitzer lebt seit 15 Jahren hier.



 Abendstimmung an der Mangrovenküste beim Banana Resort.


Abendstimmung beim Banana Resort(2)



Frühstück in einem muslimischen Restaurant


 Kautschukplantagen säumen die Straße


 Hier wird Rohkautschuk gewonnen.



                                         
                                         
Unsere Stelzenhütte im Khao Sok - Nationalpark



Morgennebel im Nationalpark



Leckeres Frühstück mitten im Dschungel: 
Hier gibt es Khanom Krok - süße Küchlein aus Reismehl, Kokossahne und Palmzucker.



Karstberge - und leere Straßen



Endlich treffen wir andere Reiseradler: 
Diese drei Basken sind von Bangkok nach Kuala Lumpur unterwegs. 
Sie haben nur eine sehr schlechte Karte und bleiben deswegen auf Hauptstraßen.



Palmölplantage


 Warten aufs Abendessen - beim Schweden und seiner thailändischen Frau.



 Abschied vom Schweden: 
In Thailand sitzen wir in der Regel bei Tau und Tag auf den Rädern.



 "Was ist denn hier los?" denken wir und halten an.



Gibt´s doch gar nicht? - Gibt´s doch!! 
Kokosnussernte mit Hilfe dressierter Affen!!



Sonnenschutz der besonderen Art: 
So wird man beim Aufsammeln der von den Affen
heruntergeworfenen Nüsse garantiert nicht braun.



Im Laufe der Zeit kommt ein ganz schön großer Haufen Kokosnüsse zusammen!



6000 Kilometer sind geschafft.



Vorsicht Affe! 


In Südthailand sind wir sehr oft auf fast verkehrsfreien Traumstrecken unterwegs.

Dienstag, 1. Januar 2013

Thailand (2): Ko Phi Phi

8.12.2012 bis 9.12.2012


Am Samstag ist das Luxusleben dann auch schon wieder vorbei für uns, wir verabschieden uns in aller Frühe von Dianne und fahren mit der Fähre nach Ko Phi Phi, einer kleinen Insel südöstlich von Phuket. Eigentlich wollten wir heute schon aufs Festland, aber wegen der schlechten Beschilderung landen wir am falschen Pier, wo gerade ein Boot abfahrbereit steht,  und entschließen uns spontan zu der Phi-Phi-Variante. Zwei Stunden dauert die Überfahrt durch die wunderschöne Andamanen-See, die Ankunft ist erst einmal ein kleiner Schock. Auf Phi Phi ist die Hölle los. Ton Sai, der einzige Ort auf der kleinen Insel und eher ein Dorf, ist eigentlich nur eine Ansammlung von Bars, Restaurants, Unterkünften aller Preisklassen, Agenturen und 7-Eleven-Shops, deren Sortiment zur Hälfte aus alkoholischen Getränken besteht. Das Publikum ist sehr jung, jenseits der 30 zählt man hier schon zu den Grufties. Tagsüber röstet das Jungvolk am Strand (oder liegt nach einer durchzechten Nacht vielleicht noch im Koma), abends geht die Party weiter. Verrückte Welt. Die einen sind weiß und möchten braun werden. Dafür braten sie stundenlang in praller Sonne. Die anderen sind schon braun und setzen alles daran, weiß zu werden. In Thailand gibt es praktisch keine Creme ohne Weißmachereffekt. Selbst Deos werben damit - wenn schon weiß, dann bis in die Achselhöhlen.


Auf den zweiten Blick gefällt uns Phi Phi dann schon besser: Die Insel ist autofrei, außer ein paar Mopeds und Fahrrädern bewegen sich nur halbnackte Touristen durch die wenigen schmalen Gassen. Lebensmittel, Getränke etc. werden mit großen Handkarren befördert. Die Strände sind traumhaft, das Wasser ist badewannenwarm. Im Bergischen dagegen gab es vor ein paar Tagen schon einen Wintereinbruch, in Rösrath standen Lkws quer - wir haben wirklich keinen Grund uns zu beklagen.


Am nächsten Morgen wandern wir zu verschiedenen Aussichtspunkten, abseits des Ortes ist kaum noch jemand unterwegs. Der vielleicht 200 m breite Isthmus, auf dem Ton Sai Village auf Meereshöhe liegt und den man von hier oben besonders gut sehen kann, wurde von dem 2004-Tsunami komplett verwüstet. Da blieb kein Stein mehr auf dem anderen, wie ein Foto von damals dokumentiert. Nachhaltiger Tourismus war die Devise beim Wiederaufbau, aber daraus ist nichts geworden. Überall entstehen planlos neue Ferienanlagen und verschandeln das Erscheinungsbild der Trauminsel. Hier zählt nur das schnelle Geld. Dem weiteren Ausverkauf der Insel sind allerdings Grenzen gesetzt. Phi Phi ist gebirgig und nur im Bereich des Isthmus flach, verfügt also auch nicht über viele Strände.



 Kurz vor der Ankunft auf Ko Phi Phi



 Am Hafen



Badefreuden bei 30 Grad Wassertemperatur



 Blick auf den Isthmus: Mit thailändischen Touristen am Aussichtspunkt



Abendstimmung am Hafen


 Am nächsten Morgen: Auf der Fähre nach Krabi



Thailändische Mitpassagiere beim Morgenbier